Warnsdorf bei Travemünde in Schleswig-Holstein
- QTH Lokator : JO53JX
- Längengrad : 53 Grad 58′ 12 ” Nord
- Breitengrad : 10 Grad 49′ 5 ” Ost

Anfahrt nach Warnsdorf

Etwas geschichtliches über Warnsdorf

Geschichte des Landsitzes, von damals bis heute …
Der Landsitz Lindenhof liegt in der Gemeinde Ratekau in der Ortschaft
Warnsdorf am Hemmelsdorfer See. Der Landsitz mit der dazugehörigen
Gartenanlage wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts errichtet und wird
auch als „ Schloss Warnsdorf “ bezeichnet. Ursprünglich gehörte das Anwesen
dem Deutsch-Amerikaner Arthur Donner, der durch Landzukäufe in Warnsdorf
und Wilmsdorf seinen Besitz auf ca. 130 ha vergrößern konnte.
Der Landsitz wurde von den Geschwistern Donner, zwei Brüder und einer
Schwester, bewohnt. In den Jahren 1923 - 1925 starben kurz nacheinander
die drei Geschwister. Eine Miterbin, Frau Reinke, verwaltete den Landsitz,
wohnte aber nicht dort.

Im Jahre 1927 wurden der Landsitz, der dazugehörende Park und die
zusätzlich von der Familie Donner erworbenen Ländereien an den 1874
in Düsseldorf geborenen Cai-Detlev von Rumohr verkauft. Cai-Detlev
von Rumohr war mit der 1876 in Buffalo/USA geborenen Amerikanerin
Elisabeth Schoellkopf verheiratet. Sie hatten fünf Kinder, vier Söhne und
eine Tochter, und lebten bis dahin in Schwerin. Die Familie nahm im
Schloss ihren Wohnsitz. Am Ende des Jahres 1945 stirbt Elisabeth
Schoellkopf. Das Ehepaar, Herr von Rumohr stirbt nach seiner Frau,
findet seine letzte Ruhestätte im Park, unter der Rotbuchengruppe.
Zwei weitere Gedenksteine zum Andenken an Kinder des Ehepaares
werden aufgestellt, einer für Wilhelm von Rumohr, der bei Minsk
gefallen ist und einer für Christian-August von Rumohr, der 1964
in Stamford/USA verstorben ist.

Zu Beginn der 50er Jahre wird das unmittelbare Gelände des Landsitzes an
den DGB verkauft, der dort ein Schulungs- und Erholungsheim einrichtet. Ab
diesem Zeitpunkt werden zahlreiche Veränderungen an der Parkanlage und
an den Wohngebäuden vorgenommen. Im Jahre 1953 wurde der ehemalige
Staudengarten überdacht, um einen geschützten Kaffeegarten für DGB-Gäste
zu schaffen. Im Jahr 1954 wird das Landsitzgebäude für die Zwecke des DGB
umgebaut.

Vier Jahre später, nach der Übernahme durch die „Neue Heimat“ im Jahr 1959
wird das Anwesen an Dr. Scheele verkauft, der dort eine Kurklinik errichtet und
die Gebäude entsprechend umgestaltet. Im Jahr 1977 wird ein Bauschein erteilt
für den Umbau des überdachten Kaffeegartens im ehemaligen Staudengarten zu
einer geschlossenen Gymnastikhalle. Eine Halle steht noch heute dort. Darauf
folgt, in mehreren Bauabschnitten, der Neubau eines Verwaltungstraktes in den
Bereichen des ehemaligen Küchengartens und der Gärtnerei. Am Ende des Jahres
1981 wird ein Bauschein erteilt für die Errichtung eines Garagenbaues im Bereich
des ehemaligen Tennisplatzes. In diesen Zeitraum fällt auch die Errichtung der
kombinierten Schwimm- und Tennishalle im nördlichen Zwickel des Überganges
von der Parkanlage zur Pferdewiese. Auf dem Gelände wird auch heute noch eine
private Kurklinik betrieben, allerdings hat der Betreiber gewechselt.
Haus und Garten allgemein, Denkmalschutz
Das Schloss mit Parkanlage, allerdings nur der östlich anschließende
Landschaftsgarten, und das Gärtnerhaus wurden im Jahr 1987 unter
Denkmalschutz gestellt. Die Unterschutzstellungsurkunde beschreibt das
Herrenhaus als zweigeschossigen Backsteinbreitbau im englischen
Landhausstil („landlordsite“), der als „Lindenhof“ von dem amerikanischen
Architekten A. W. Longfellow, Boston, Kontaktarchitekt Ernst P. Dorn,
Hamburg, für den Deutsch-Amerikaner Arthur Donner erbaut wurde,
Datierung 1907 - 1910. An der Eingangsseite befindet sich ein Säulenportal
mit Balkon, rechtsseitig ein leicht abgesetzter, aber gleich hoher Anbauflügel,
links davon eine Veranda. An der Rückseite zum See befindet sich flankierend
ein zweigeschossiger Erker mit Balkon am Hauptbau, mit einem säulenflankierten
Hallenaustritt. Die Parkanlage wurde von Professor Erwin Barth, 1908 - 1912
Stadtgartendirektor in Lübeck, 1912 in Charlottenburg und 1925
Stadtgartendirektor von Groß-Berlin, gleichzeitig Honorarprofessor der
TH Berlin, geplant. Wohlüberlegte Blickachsen beziehen die Weite der Landschaft
in die Raumkonzeption des Parks ein. In die Grenzen eingebaute Tränkstellen
beziehen das Vieh der umliegenden Weiden in den Park ein. Deshalb wird auch
die Pferdekoppel westlich des Herrenhauses vom Ufergehölz des Sees fast bis an
die Hausterrasse geführt. Die begrenzenden Wallhecken wurden zur sicheren Führung
der Land-See-Luftströmungen dem Gelände sorgfältig angepasst. Baudetails und
gärtnerische Anlagen scheinen zwischen Gartenarchitekten, Hochbauarchitekten
und Bauherren sorgfältig abgesprochen worden zu sein.

Der Gartenarchitekt und der Gartenbaumeister
Die Gartenanlage um den Lindenhof wurde von dem seinerzeitigen Stadtgärtner
der Hansestadt Lübeck Erwin Albert Barth (1880 - 1933) entworfen. Die
Ausführung der Arbeiten überwachte der Gärtnermeister Heinrich Mittmann,
der eine Meisterprüfung als Landschaftsgärtner absolviert hatte. Er begann mit
30 - 40 Gartenarbeitern im Jahre 1910 mit den Arbeiten an den Außenanlagen
des Landsitzes Lindenhof, die etwa zwei Jahre in Anspruch nahmen. Nach der
Fertigstellung der Parkanlage nahm Heinrich Mittmann die Stellung als
Gartenbaumeister bei den Geschwistern Donner an. Er wohnte mit seiner Frau
und seinen fünf Kindern im Gärtnerhaus am Parkeingang.